KI Vortrag

Energie- und Klimaschutzkongress Rheinland-Pfalz 2025

Wir von aimpera hatten die Gelegenheit, beim Energie- und Klimaschutzkongress Rheinland-Pfalz 2025 in Mainz einen Vortrag zu halten. Unser Thema lautete: „Wie KI und virtuelle Kraftwerke Ihre Infrastrukturen wirtschaftlich optimieren“. In diesem Beitrag fassen wir unsere Kernaussagen zusammen, geben Einblicke in ein konkretes Projekt mit unserem Partner Verbandsgemeindewerke Konz AöR und ziehen ein Fazit aus den Diskussionen vor Ort.

Warum wir über KI im Energiesektor sprechen

Die Energiewende ist längst nicht mehr nur eine Frage der Erzeugung. Regenerative Quellen sind auf dem Vormarsch, gleichzeitig steigen die Anforderungen an Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Systemstabilität. Genau hier setzt der Einsatz von Künstlicher Intelligenz an.

KI kann helfen, Netze, Erzeugungsanlagen, Speicher und Verbraucher intelligenter zu betreiben. Sie erhöht die Transparenz, reduziert Unsicherheiten und ermöglicht es, vorhandene Infrastruktur besser zu nutzen. Entscheidend ist dabei, dass KI nicht als Trendwort verstanden wird, sondern als Werkzeug, das konkrete Probleme löst.

Für uns ist Künstliche Intelligenz keine Blackbox, sondern eine Ingenieursdisziplin.

Beim Einsatz in der kritischen Infrastruktur ist es unerlässlich die Verwendeten Systeme und ihre Limitationen im Detail zu verstehen.

Ein wesentlicher Punkt unseres Vortrags war die Haltung, mit der wir auf KI schauen. Für uns ist KI im Energiesektor eine Ingenieursdisziplin. Sie folgt klaren Zielsetzungen, basiert auf sauberer Methodik und muss im Alltag funktionieren.

Dazu gehören eine klare Definition der Optimierungsziele, etwa die Reduktion von Kosten, die Begrenzung von Leistungsspitzen oder die Minimierung von CO₂ Emissionen. Ebenso wichtig ist eine gute Datenbasis. Messwerte aus Betrieb, technische Stammdaten, Wetterdaten und Marktpreise müssen zuverlässig erfasst, qualitätsgesichert und sinnvoll zusammengeführt werden.

Robuste Modelle sind ein weiterer Baustein. Algorithmen müssen auch dann stabil bleiben, wenn Daten ausfallen, Messwerte fehlerhaft sind oder sich Rahmenbedingungen ändern. Für Betreiber ist außerdem entscheidend, dass Entscheidungen nachvollziehbar bleiben. Dokumentation, Monitoring und transparente Kennzahlen machen sichtbar, welchen Beitrag KI im täglichen Betrieb leistet. So entsteht Vertrauen und Akzeptanz bei allen Beteiligten.

Flexibilität als messbarer Wert

Ein zentrales Thema war die Frage, wie sich Flexibilität systematisch heben und wirtschaftlich nutzen lässt. Viele Infrastrukturen verfügen bereits heute über erhebliche Flexibilitätsreserven, ohne dass diese vollständig erschlossen sind. Das können Speicher, BHKW, Quartierslösungen, steuerbare Verbraucher oder ganze Liegenschaftsverbünde sein.

Im ersten Schritt geht es um die Identifikation der Flexibilität. Welche Anlagen können ihre Leistung oder ihren Verbrauch zeitlich verschieben und unter welchen technischen und vertraglichen Bedingungen ist das möglich. Im zweiten Schritt wird Flexibilität quantifiziert. Wie viele Kilowattstunden oder Kilowatt können zu welchen Zeitfenstern verschoben werden und welche Einschränkungen sind zu beachten.

Erst wenn diese Grundlagen klar sind, lässt sich Flexibilität monetarisieren. Das kann über die Reduktion von Leistungsspitzen und damit niedrigeren Netzentgelten geschehen, über die Nutzung von Preissignalen an der Börse oder über die Teilnahme an Flexibilitäts- und Regelenergiemärkten, sofern die Rahmenbedingungen dafür gegeben sind. Ein virtuelles Kraftwerk bündelt diese Flexibilitäten, steuert sie koordiniert und bringt sie gezielt dort ein, wo sie den größten Nutzen stiften.

Fazit des Kongresses

Unser Fazit aus dem Energie und Klimaschutzkongress Rheinland Pfalz 2025 lässt sich in einem Satz zusammenfassen. Intelligenter Verbrauch und intelligente Steuerung sind Schlüsselfaktoren der nächsten Phase der Energiewende, und Sektorenkopplung ist dabei unverzichtbar.

Intelligenter Verbrauch bedeutet, Lasten dort zu verschieben, wo es für das Gesamtsystem sinnvoll ist, ohne Komfort und Versorgungssicherheit zu beeinträchtigen. Intelligente Steuerung meint, Erzeugung, Speicherung, Netze und Verbraucher so aufeinander abzustimmen, dass das System stabil, bezahlbar und klimafreundlich bleibt.

Sektorenkopplung verknüpft Strom, Wärme, Mobilität und zunehmend auch Wasserstoff zu einem integrierten Energiesystem. KI und virtuelle Kraftwerke sind entscheidende Bausteine, um diese zunehmende Komplexität zu beherrschen und gleichzeitig wirtschaftliche Chancen zu nutzen.

Dank an die Organisatoren und Ausblick

Wir bedanken uns herzlich bei Philipp Fuhge und der SCM messe event marketing GmbH für die professionelle Organisation und bei den Verantwortlichen des Landes Rheinland Pfalz für die Ausrichtung des Kongresses. Ein ebenso großes Dankeschön geht an alle Teilnehmenden, die mit ihren Fragen, Anregungen und Praxisbeispielen für einen intensiven und offenen Austausch gesorgt haben.

Für uns ist klar, dass die Bereitschaft wächst, KI pragmatisch und verantwortungsvoll in der Energiebranche einzusetzen. Entscheidend ist, dass Lösungen nachvollziehbar, robust im Alltag und wirtschaftlich sinnvoll sind. Genau daran arbeiten wir bei aimpera gemeinsam mit Partnern wie den Verbandsgemeindewerken Konz AöR und vielen weiteren Akteuren der Energiewende.

Wenn Sie wissen möchten, welche Flexibilität in Ihren Infrastrukturen steckt und wie ein virtuelles Kraftwerk in Ihrem Kontext aussehen könnte, kommen Sie gerne auf uns zu. Wir sprechen nicht nur über KI in der Energieversorgung, wir bringen sie in den Betrieb.